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Die gemäß § 4a Abs. 1 Anti-Doping Bundesgesetz eingerichtete Österreichische Anti-Doping Rechtskommission (ÖADR) erstattet nachstehende Pressemitteilung über ein bei der ÖADR abgeführtes Anti-Doping-Verfahren:

gegen      Johannes DÜRR (Schilanglauf)

wegen     Verstoß gegen die Anti-Doping Bestimmungen;               
                Art. 2.2 und 2.6 FIS Anti-Doping Rules 2012, 2015 und 2016
                Besitz und Anwendung einer verbotenen Methode (Blutdoping) und
                Besitz und Anwendung verbotener Substanzen (Wachstumshormone),
                Art. 2.7 FIS Anti-Doping Rules 2012 und 2015,
                Inverkehrbringen verbotener Substanzen (Wachstumshormone),
                Art. 2.8 FIS Anti-Doping Rules 2012, Verabreichung von
                verbotenen Methoden (Blutdoping) und 
                Art. 2.9 i.V.m Art 2.2 FIS Anti-Doping Rules 2012 und 2015,
                Beihilfe zur Begehung von Verstößen gegen Anti Doping Bestimmungen


   

Entscheidung

Verhängung einer lebenslangen Sperre ab dem 14.03.2019

Als Unabhängige Dopingkontrolleinrichtung iSd § 4 iVm 14a Anti-Doping Bundesgesetz idF BGBl I 37/2018 (ADBG) hat die NADA Austria gegen Johannes DÜRR, geboren am 12.03.1987, einen Antrag betreffend die Verhängung von Disziplinarmaßnahmen gemäß den Regelungen des zuständigen (internationalen) Sportfachverbandes FIS eingebracht.

Das von der ÖADR durchgeführte Verfahren ergab unter Berücksichtigung der vorgelegten Beweise, dass Johannes DÜRR des Verstoßes gegen die Anti-Doping Bestimmungen schuldig zu sprechen war. Dies, da er

  • ab Frühjahr 2013 an sich Blutabnahmen bzw. Abnahmen von Erythrozytenkonzentrat durchführen, das abgenommene Blut bzw. Erythrozytenkonzentrat zum Zwecke der späteren Rückführung fachmännisch lagern und im Zeitraum vom 29.11.2013 bis zum 08.02.2014 rückführen ließ (Verstoß gegen Art. 2.2, 2.6),
  • sich im Lauf der Jahre 2014 und 2015 trotz laufender Dopingsperre weiter Blut bzw. Erythrozytenkonzentrat abnehmen und fachmännisch lagern ließ (Verstoß gegen Art. 2.2, 2.6),
  • im Zeitraum von Frühsommer 2018 bis Dezember 2018 abermals Abnahmen, Lagerungen und Rückführungen von Blut bzw. Erythrozytenkonzentrat an sich vornehmen ließ (Verstoß gegen Art. 2.2, 2.6),
  • im Jahr 2018 Wachstumshormone erwarb und damit im Sinne der diesbezüglichen Definition besaß sowie diese auch an sich anwendete (Verstoß gegen Art. 2.2, 2.6),
  • am 28.10. 2014 zumindest 3 Packungen TB (Thymosin Beta 4) an eine dritte Person verkaufte (und somit zumindest in der Zeit vor der Übergabe besaß) (Verstoß gegen Art. 2.7),
  • am 19.01.2015 für einen anderen Sportler einen Pen mit Wachstumshormonen besorgte und diesem den Pen weitergab (Verstoß gegen Art. 2.7),
  • im Sommer 2014 einem anderen Sportler einen Beutel mit Blut verabreichte (Verstoß gegen Art. 2.8), und
  • zumindest im Zeitraum von 30.11.2014 bis 30.06.2015 für einen anderen Sportler Blutdoping organisierte, indem er für diesen Termine für Blutdopingbehandlungen koordinierte und Material für diese Behandlungen besorgte (Verstoß gegen Art. 2.9).

Weiters wurden alle von Johannes DÜRR ab dem 26.02.2016 erzielten Ergebnisse annulliert und in diesem Zeitraum allfällig erlangten bzw. zustehenden Titel, Medaillen, Preise, Start- und Preisgelder aberkannt.

Die Laufzeit der Sperre beginnt ab dem Tag der vorläufigen Suspendierung am 14.03.2019.

Johannes DÜRR wurde darüber hinaus zum Ersatz der Kosten des Verfahrens verpflichtet.

Die Entscheidung der Rechtskommission ist rechtskräftig, da die Verfahrensparteien in der 4- wöchigen Frist keine Rechtsmittel ergriffen haben.

  

Wien, am 10.10.2019

Mag. Gerhard Propst

Vorsitzender
der Österreichischen Anti-Doping Rechtskommission

Rückfragehinweise: Mag. Gerhard Propst, 0664 883 60 373, office@oeadr.at

 


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